Selfmademan mit viel Kultur
In meiner bald 40jährigen Berufszeit habe ich so einige Berufe ausgeübt. Hier möchte ich Ihnen einen kleinen Überblick geben.
Ich gehöre zur Generation, die sich das Computerwissen grösstenteils selbst beigebracht hat. Erstmals Bekanntschaft mit dem "Ungeheuer" Computer machte ich in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Die damaligen papierverschlingenden Monster wurden zentral von Datatypistinnen gefüttert und vom Operator zur Herausgabe von Listen gezwungen. Die EDV-Räume waren heilige Hallen und wir kleinen Sachbearbeiter erhielten nur auf telefonische Voranmeldung Zutritt zu diesen Gemächern.
Apple II...
...wurde von Steve Wozniak entwickelt und von Steve Jobs (beide Mitbegründer von Apple) ab April 1977 vermarktet.
Mich faszinierte damals die Programmierung und so brachte ich mir die Cobol-Programmiersprache (eine noch heute gebräuchliche Programmiersprache für den betriebswirtschaftlichen Bereich) selbst bei. Privat kaufte ich mir bereits anfangs 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts den legendären C64 und verbrachte mit ihm vergnügliche Stunden - Basicprogrammierung inbegriffen.
1980 standen wir staunend um diese Innovation aus dem Hause Apple (s. Bild rechts) mit Namen Apple II. Den grossen Erfolg verdankte dieser Personalcomputer v.a. dem Umstand, dass auf ihm das erste Tabellenkalkulationsprogramm VisiCalc gelaufen ist. Man konnte damit erstmals einen Personalcomputer nutzbringend im Geschäftsleben einsetzen. Dies trug übrigens zur Entscheidung des damaligen Grosscomputerherstellers IBM bei, einen eigenen Personal-Computer zu entwickeln...
PageMaker
Aldus Corporation brachte PageMaker 1985 in einer Version für den Apple Macintosh auf den Markt.
Mitte der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts entdeckte ich das Desktop-Publishing. Nun war es mir möglich, mit dem Computer zu gestalten: Von Zeitungen, Zeitschriften über Inserate bis hin zu Katalogen. Also genau das, was vorher Grafiker, Schriftsetzer, Layouter mit teuren Apparaturen machten. Faszinierend. Schnell war ich im Geschäft mit meiner damaligen Desktop-Werkstatt. In den Anfangszeiten musste ich allerdings noch einigen Spott der Schwarzkünstler über mich ergehen lassen: "Das hat keine Zukunft. Zu ungenau. Nur für Bastler!" Doch es dauerte nicht lange und sie machten lange Gesichter...
Apropos Desktop-Publishing: Der Hersteller Aldus Corporation brachte PageMaker 1985 in einer Version für den Apple Macintosh auf den Markt. PageMaker, zusammen mit dem Apple Macintosh und Apples LaserWriter, dem ersten PostScript-Laserdrucker, ermöglichte es erstmals, professionellen Satz auf einem Personalcomputer zu erstellen.
FileMaker
1987 brachte Claris (eine Apple-Tochter) das Programm als Claris FileMaker II auf den Markt.
Als Desktopper teilte ich mein Atelier mit einem Ingenieur, der sich aufs Programmieren von Datenbankanwendungen (4th Dimension) spezialisiert hatte. Weil mir das Programmieren immer grossen Spass gemacht hatte, interessierte ich mich natürlich stark für dieses für mich noch neue Gebiet der Datenbankentwicklung. Zuerst half ich dem Kollegen, Aufträge aus dem Kulturbereich zu akquirieren, um ihn dann tatkräftig in der Konzeption zu unterstützen.
Es ging nicht lange, da entdeckte ich für mich das aus dem Hause Apple (Claris) stammende Datenbank-Tool FileMaker. Zuerst einmal programmierte ich eigene Anwendungen, die mir den Arbeitsalltag als Desktopper erleichterten: Zum Beispiel für die Katalog-Gestaltung. Das war eine Riesenerleichterung, denn ich konnte nun mit meiner FileMaker-Anwendung die vielen Artikel bequem in der Datenbank erfassen und sie dann per Knopfdruck ins Layoutprogramm einfliessen lassen (Database Publishing).
Dann bekam ich den Auftrag eines Museums, die Digitalisierung ihrer Fotosammlungen inklusive einer Datenbanklösung voranzutreiben. Das war damals Mitte der 90er Jahre noch eine richtige Pionierleistung, weil nirgends auf entsprechende Erfahrungswerte zurückgegriffen werden konnte. Gleichzeitig zur Digitalisierung programmierte ich für kleinere und mittlere Museen eine Anwendung für die Inventarisierung ihrer Museumsobjekte inklusive eines ausgeklügelten Thesaurus zur Verschlagwortung der Objekte. Diese Anwendung - in der Zwischenzeit habe ich sie an eine Softwarefirma verkauft - läuft unter dem Namen MuseumPro > in vielen Museen der Schweiz.
Seit 1997 - also praktisch seit Beginn des Internetzeitalters in Europa - bin ich im Netz!
Claris Homepage
Einer der ersten WYSIWYG HTML-Editoren auf dem Markt (1996)
Es leuchtete mir damals ein, mit einer eigenen Website ein neues, revolutionäres Marketinginstrument in meinen Händen zu halten. Doch die Anfänge waren etwas ernüchternd. Wenige Besucher und deshalb kaum Beachtung. Natürlich war mir klar, dass das Internet in Europa noch gänzlich in seinen Kinderschuhen steckte. Trotzdem machte ich mich auf, die Geheimnisse eines erfolgreichen Internet-Auftrittes zu erforschen. Deshalb hielt ich mich nächtelang auf US-amerikanischen Boards auf und brachte mir so Schritt für Schritt das nötige Rüstzeug bei.
Dann hatte ich plötzlich alle Hände voll zu tun. Es sprach sich nämlich rasch herum, dass ich Websites zu einem vernünftigen Preis - zuerst mit dem ersten brauchbaren WYSIWYG (what you see is what you get) HTML-Editor Claris Homepage, dann mit Adobe GoLive - machen konnte. Später entdeckte ich dann die sog. Content-Management-Systeme (CMS), die den Inhalt von der Form (Design) trennen, und fortan bediente ich mich ihrer.
Urheber...
von weit über tausend Veranstaltungen, Kultur- und Kunstproduktionen
Einen gewichtigen Teil meiner beruflichen Laufbahn widmete ich dem Kunst- und Kulturbereich. So war ich u.a. in einer auf Veranstaltungen spezialisierten Konzertagentur für die Promotion von Konzerten und Events zuständig, wechselte anschliessend als Kulturförderer in ein kantonales Kulturamt, um danach als begehrter Produktionsleiter mit Kultur- und Kunstproduktionen meine Brötchen zu verdienen. Dann leitete ich als Direktor eines national ausgerichteten Museums dessen Geschicke.
In meiner beruflichen Karriere als Kulturpromoter und -produzent war ich Urheber von mindestens tausend Veranstaltungen, Kunst- und Kulturproduktionen, wobei das Spektrum von Rock bis Klassik, von Jazz bis hin zu volkstümlichen Klängen, von Avantgarde-Kunst bis hin zu Scherenschnitten, von Openair-Kinos bis hin zu Theaterproduktionen reichte.